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TT30 & Künstliche Intelligenz

TT30 & Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) wächst. Welche Auswirkungen hat sie auf unser Leben? Darüber diskutierte Tina Teucher mit dem Think Tank 30 (TT30) vom 16.-18. November 2018 bei der TT30 Herbsttagung in Berlin.

Künstliche Intelligenz (kurz: KI) erfasst immer mehr Bereiche des privaten, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens. KI übertrifft in vielen Anwendungen bereits die menschliche Leistung und wird vielseitig eingesetzt. Das hat vielschichtige Implikationen auf viele Bereiche unseres Lebens und ist daher hochrelevant. Der Think Tank 30 (TT30) hat sich daher ausführlich mit diesem Thema beschäftigt: Was ist bereits heute mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz möglich bzw. wird bald möglich sein? Welche Auswirkungen werden diese Entwicklungen auf wichtige Bereiche unseres Lebens haben? Das diskutierten die Mitglieder des TT30 vom 16.-18. November 2018 bei ihrer Herbsttagung in Berlin.

Einen ersten Impuls erhielten wir von Prof. Dr. Günther Bachmann, Generaldirektor Rat für nachhaltige Entwicklung beim Abendessen am Freitag. Als geladener Referent hatte er für uns Thesen zu Künstlicher Intelligenz und Nachhaltigkeit mitgebracht, die wir dann im Laufe des Abends mit ihm diskutierten. Seine scharfen Gedanken zu Transformation, Kultur der Nachhaltigkeit und Governance sowie sein Überblick in der deutschen Nachhaltigkeitspolitik befeuerten unser erstabendliches Eintauchen in den Diskurs über Künstliche Intelligenz.

Das TT30-Mitglied Dr. Frank Schütz gab uns am Samstagvormittag einen ersten Tauchgang zum Thema Künstliche Intelligenz. Er erklärte wichtige Begriffe und erste wesentliche Konzepte, um sicher zu stellen, dass alle teilnehmenden Mitglieder ein gewisses Grundverständnis für die nachfolgenden Diskussionen mitbringen und offene Fragen geklärt werden konnten.

Dr. Matthias Röder, Geschäftsführer des Karajan Instituts, beeindruckte uns mit einem sehr spannenden Vortrag zu den Potenzialen von KI im Bereich der Musik-Technologie, in der Kunst und in digitalen Lernprojekten.

Prof. Dr. Wolfgang Ertel beschäftigt sich u.a. mit der Frage, wie lernfähige Maschinen und Roboter zu einer nachhaltigen Zukunft beitragen können. Er leitet das Steinbeis Transferzentrum Künstliche Intelligenz und Datensicherheit und veröffentlichte u.a. das Lehrbuch „Grundkurs Künstliche Intelligenz“. Seine Gedanken zum Thema führten uns von Fragen der Zukunft der Arbeit über ethische Fragen (z.B. Pflegeroboter und KI in der Rüstungsindustrie) bis zur Singularität – dem Punkt, an dem es einen Schnittpunkt von menschlicher und maschineller Intelligenz geben wird.

Dr. Christian Djeffalleitet das Forschungsprojekt „Die digitale öffentliche Verwaltung“ am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG). Er gab uns einen Einblick in seine Forschung zu KI und ihren möglichen Auswirkungen auf Gesellschaft und Staat.

Am Samstagnachmittag gab es für Interessierte noch die Möglichkeit eine Einführung ins Coden zu erhalten. Unser TT30-Mitglied Frank Schützführte die interessierten Teilnehmer in das Reich der Codes ein. Es wurden eigene Machine-Learning-Algorithmen programmiert und über KI-Sicherheit diskutiert.

Mit Berta Berlin entdeckten wir die Hauptstadt – mit einer nur für den TT30 konzipierten Sondertour. Die Powerfrau ist eine viel gereiste echte Berlinerin, die jeden Kiez kennt. Sie erzählte uns Geschichten zu B-Mitte rund um Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Aufgrund der eisigen Kälte an diesem Novemberabend wurde ein Teil der Mitmachstationen in ein schönes Lokal im Berliner Stadtteil Neukölln verlegt, um uns bei warmen Essen und leckeren Getränken wieder aufzuwärmen.

Am Sonntag ging es den TT30-Mitgliedern darum, den neuen Input für sich zu ordnen und zu verarbeiten und für sich zu überlegen, inwiefern sie dieses Wissen nun in ihre tägliche Arbeit einbringen könnten. Anhand der Sustainable Development Goals(SDGs) der Vereinten Nationen sortierten wir unsere Erkenntnisse, Gedanken und Fragen zur Verbindung von Künstlicher Intelligenz und Nachhaltigkeit. Persönliche Erkenntnisse daraus waren u.a.:

  • KI macht menschliche Beziehungen noch wichtiger.
  • Die Rolle von menschlicher Kreativität in der Entwicklung von KI ist interessant.
  • KI wird von vielen hauptsächlich aus einem Profitstreben heraus eingesetzt werden.
  • KI und Geld wird ein wichtiges Thema (z.B. Crypto Currency und komplexe Finanzstrukturen).
  • Enormes Potential von KI für alle Bereiche des Lebens
  • Die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten empfinde ich als inspirierend und motivierend. Ich konnte Berührungsängste ablegen.
  • Ich kann KI nutzen, um meine eigene Intentionalität zu potenzieren. Ich bin kein Opfer von KI.
  • Einsparungen durch KI: Es besteht die Gefahr des Rebound-Effekts.
  • Wie begegnen wir dem Thema Datensicherheit?
  • Menschliche Zukunftskompetenz: Eigene Grenzen erkennen und erweitern
  • Existential Risk durch KI
  • Menschen für digitalen Wandel / Innovationen mit KI stärken – Bildung – Was brauchen Menschen für den Umgang damit?
  • KI-Technologie ist ein Mittel zum Zweck, kein Selbstzweck.
  • „Weltwille“ – Welches Ziel verfolgen wir eigentlich mit der Entwicklung des mächtigen Instruments KI?
  • Was ist es, was Menschen von Maschinen unterscheidet?

In der anstehenden Frühjahrstagung 2019 werden die Themen der letzten zwei Tagungen aufgegriffen und weiterverarbeitet.

Text: Ann-Sophie Winter, Tina Teucher, Christian Hausner(Mitglieder im Think Tank 30 Deutschland)

Die Mitglieder des Think Tank 30 beschäftigen sich mit Zukunftsfragen, um zu gesellschaftlichen Debatten beizutragen und Empfehlungen für eine langfristige Politik zu formulieren. Tina Teucher ist seit 2017 Mitglied des NetzwerksAls Sprecherin und Autorin für nachhaltiges Wirtschaften setzt sich Tina Teucher mit aktuellen Megatrends wie KI, Digitalisierung und dem demographischen Wandel auseinander. Zudem berät die Kulturwissenschaftlerin Unternehmen und NGOs, die zur nachhaltigen Transformation beitragen möchten, in Workshops und Gesprächen.

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