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Künstliche Intelligenz “AlphaFold” erzielt wissenschaftliche Durchbrüche
Ein Beispiel für eine KI mit dem Anspruch der Verantwortungsübernahme liefert das Unternehmen Google DeepMind. Es ist aus der Zusammenführung zweier KI-Labore, “Google Brain” und “DeepMind”, entstanden. Ein interdisziplinäres Team aus Wissenschaftler*innen, Ingenieur*innen und Ethiker*innen entwickelt die KI “AlphaFold”, die unter anderem ein 50 Jahre altes Rätsel lösen konnte.
AlphaFold: KI spart Forschenden Millionen Jahre Recherche
Das sogenannte „Protein-Folding-Problem“ beschäftigt die Wissenschaft schon seit über einem halben Jahrhundert. Proteine – die Bausteine des Lebens – bestehen aus komplexen 3D-Strukturen. Bislang dauerte die Entschlüsselung dieser Eiweiße mehrere Jahre und kostete Hunderttausende Dollar.
Im Jahr 2020 änderte AlphaFold dies: Das System kann nun die Struktur von Proteinen innerhalb von Minuten mit bemerkenswerter Genauigkeit vorhersagen. Heute nutzen über zwei Millionen Forschende in mehr als 190 Ländern die “AlphaFold Protein Structure Database”. So sparte KI bereits hunderte Millionen Jahre an Recherchezeit, welche die Wissenschaftler*innen stattdessen für die Lösung medizinischer und ökologischer Probleme einsetzen können.
Doch AlphaFold ist nicht nur ein theoretisches Modell, sondern ein Werkzeug für realen Fortschritt, zum Beispiel in den Bereichen
- Medizin: Forschende konnten eine Malaria-Impfung entwickeln, indem sie präzise verstanden, wie der Parasit mit menschlichen Proteinen interagiert. Auch bei der Erforschung von Herzkrankheiten leistet das System entscheidende Hilfe.
- Landwirtschaft: Um Bäuerinnen und Bauern gegen den Klimawandel zu wappnen, hilft AlphaFold bei der Entwicklung hitzeresistenter Nutzpflanzen. Durch molekulare Simulationen werden Enzyme so modifiziert, dass Pflanzen auch bei steigenden Temperaturen überleben.
- Umwelt: 91 % des jemals produzierten Plastiks wurden nie recycelt. Um diese Plastik-Krise zu bewältigen, wurden „plastik-fressende“ Enzyme identifiziert. Sie können das Plastik in seine ursprünglichen Polymere zerlegen und so ein 100-prozentiges Recycling ermöglichen.
KI mit Anspruch an Nachhaltigkeit und Verantwortung
Google DeepMind bekennt sich zu Googles KI-Prinzipien: Innovation, Verantwortung und Kooperation. Dies spiegelt sich auch im Umgang mit Ressourcen wider: Laut seinem Environmental Report 2025 verfolgt Google einen „Full-Stack“-Ansatz: Effizienz soll jede Ebene des Entwicklungsprozesses bestimmen – vom Chip-Design bis zur Optimierung der KI-Modelle. Dadurch minimiert das Unternehmen seinen ökologischen Fußabdruck. Dennoch liegt der Fokus des Berichts auf der Nutzung von KI als Möglichkeit des Wirtschaftswachstums und des gesellschaftlichen Fortschritts. Nachhaltigkeit scheint sekundär.
Energie und Wasser:
- Energie: Google erkennt den hohen Energiebedarf der globalen Infrastruktur an und investiert massiv in “saubere” Energien. Allerdings wird nicht klar, zu welchem Teil es sich um nukleare oder um erneuerbare Energien handelt. KI-optimiertes Skalieren senkt die Emissionen der Rechenzentren von 2023 auf 2024 um 12 %.
- Wasser: Es braucht einen verantwortungsbewussten Umgang mit den großen Mengen Kühlwasser, die die Rechenzentren vor Überhitzung schützen. Der Großteil (72 %) des benötigten Süßwassers stammt aus Regionen, in denen kein Risiko für Wasserknappheit besteht. Google setzt sich das Ziel, mehr Wasser an die Natur zurückzugeben, als das Unternehmen entnimmt. Im Jahr 2024 waren es 4,5 Milliarden Gallonen zurückgegebenes Wasser.
So will Google DeepMind mit KI die schwierigsten wissenschaftlichen und praktischen Herausforderungen lösen. Ganz im Sinne von “AI for Good” kann KI als Technologie zu einer lebenswerten Zukunft beitragen: Krankheiten heilen, den Klimawandel bekämpfen und die Ressourcen der Erde bewahren.
Tina Teucher ist Speakerin und Moderatorin für nachhaltiges Wirtschaften. In ihren Keynotes und Moderationen begeistert sie für die Verbindung von Künstlicher Intelligenz, Kreislaufwirtschaft und Megatrends und zeigt die Chancen einer ökologischen Transformation. Als Mitgründerin von Startups sie Erfahrungen aus der praktischen Unternehmensführung mit auf die Bühne.