Am 23. April 2026 wurde Leuven in Belgien zum Treffpunkt…

Gute Nachrichten 2026 für begründete Hoffnung
Wer sich von der Flut an schlechten Nachrichten mitreißen lässt, verliert sich leicht in einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Dieser Beitrag setzt einen Gegenpunkt: Mit zahlreichen Beispielen guter Neuigkeiten aus den ersten Monaten von 2026 sorgt die Lektüre für: Begründete Hoffnung!

4.000 Tonnen Kartoffeln gerettet
Hunderttausende Menschen bekommen dank der Berliner Morgenpost und Ecosia kostenlose Kartoffeln der Osterland Agrar GmbH.
Da die Kartoffelernte des letzten Jahres so gut ausgefallen ist, hatte ein Bauernhof nahe Leipzig 4.000 Tonnen Kartoffeln übrig, die bereits bezahlt, aber nie abgeholt wurden.
Statt die Kartoffeln zu entsorgen, verschenkten die Landwirte sie an Tafeln, Vereine, Schulen oder Kirchen.
Das UN-Hochseeschutzabkommen
Am 17. Januar 2026 ist das Hochseeschutzabkommen der Vereinten Nationen in Kraft getreten. Es ist einer der größten umweltpolitischen Erfolge der letzten Jahre!
- Das Abkommen führt neue Meeresschutzgebiete (MPAs) ein. Das schützt die knapp zwei Drittel der Meeresflächen, die als Hohe See gelten.
- Wirtschaftliche Aktivitäten unterliegen fortan Umweltverträglichkeitsprüfungen, inklusive Kontrolle und Bußgelder.
- Wer genetische Ressourcen nutzt (zum Beispiel für die Biotechnologie, Medizin oder Kosmetik), muss dies fortan fair, nachhaltig und transparent tun.
- Die Vereinten Nationen unterstützen Entwicklungsländer durch Initiativen zum Kapazitätsaufbau und zum Transfer von Meerestechnologie bei der Umsetzung des Abkommens.


Erstmals mehr erneuerbare Energie als fossile
2025 produzierten Windenergie und Solarenergie in der EU mehr Strom als fossile Brennstoffe.
- Solar- und Windenergie erzeugten 30% des Stroms in der EU im Jahr 2025. Das ist mehr als der Anteil der fossilen Brennstoffe (29%).
- Fast die Hälfte des in der EU verwendeten Stroms (48%) stammt aus erneuerbaren Energien.
- In 14 der 27 Mitgliedsstaaten der EU produzierten Wind- und Sonnenenergie im Jahr 2025 mehr Strom als fossile Brennstoffe.
- Die Strommenge aus Photovoltaik-Anlagen war 2025 20% höher als im Jahr davor.
Bio-Schokolade Fairafric wird klimapositiv
Das nachhaltige Schoko-Unternehmen verwendet bereits Solarenergie, nutzt statt Plastikverpackungen ein kompostierbares Material aus Holzzellstoff, kompensiert das emittierte CO2 durch Aufforstungsprojekte und nennt sich seit Ende 2018 klimaneutral.
Die Produktion findet in Afrika statt, weil von dort die nötigen Rohstoffe kommen. Dadurch schafft das Team vor Ort 10.000 klimaneutrale Arbeitsplätze mit Gehältern über dem Mindestlohn von Ghana, Krankenversicherung, Subventionen für Nahrung, flexiblen Arbeitszeiten und Frauen in Führungspositionen.
Nun will Fairafric sogar klimapositiv werden, indem die Herstellung der Schokolade mehr CO2 bindet als sie ausstößt. Durch Dynamischen Agrarforst (DAF) existiert eine Vielzahl an Pflanzen symbiotisch miteinander und eine große Menge an CO2 lässt sich langfristig im Boden speichern.


Menschen mit Hörbeeinträchtigung lernen Klimawissen in Gebärdensprache
In Simbabwe kommt es aufgrund des Klimawandels immer häufiger zu Dürren und Überschwemmungen. Doch wenn Sprachbarrieren die Weitergabe von Informationen verhindern, wissen Personen, die schwerhörig oder gehörlos sind, zu wenig über die anstehenden Gefahren und mögliche Rettungen, wie zum Beispiel Evakuierungszentren.
Deswegen unterrichtet Douglas Mapeta Wissen über den Klimawandel in Gebärdensprache, um dieses fatale Problem zu lösen.
Außerdem setzt er sich für nachhaltige Landwirtschaft ein und vermittelt Tipps über günstige Solarlampen, da Stromausfälle in Simbabwe keine Seltenheit sind, Gehörlose das Licht aber zur Kommunikation brauchen.
Frauen sind oft die Führerinnen von nachhaltigen Innovationen im globalen Süden
Die aktuellen Gender Just Climate Solutions Awards machen deutlich: Nachhaltige Technik ist dann am effektivsten, wenn sie lokales Wissen mit ökologischem Weitblick kombiniert. Zwei Beispiele zeigen, wie von Frauen geführte Lösungen ganze Ökosysteme retten:
- Uru Uru Team: Indigene Frauen in Bolivien nutzen Totora-Schilf und Upcycling-Materialien, um schwimmende Flöße zu bauen, die Gewässer von Schwermetallen reinigen.
- Jambo Radio: In der DR Kongo scheitert Klimaschutz häufig an Desinformation, weswegen eine Initiative junger Frauen Menschen in oft marginalisierten Regionen vernetzt, Fake News bekämpft und den Schutz von lokalen Wäldern und nachhaltiger Landwirtschaft koordiniert.


Neuartiger Ansatz zur Einschätzung von CO2-Flüssen
Im Rahmen einer Studie eines internationalen Forschungsteam in der Fachzeitschrift Earth’s Future wurde ein sehr präzises System entwickelt, um verschiedene Vegetationsarten im urbanen Raum hinsichtlich ihres Potenzials, CO2 zu binden, einzuschätzen.
Das Modell zeigt, dass die Münchner Vegetation 2.0-2,8% des jährlich vom Menschen in München emittierten CO2 ausgleicht. Das mag nicht nach viel klingen, ist aber ein bedeutsamer Anteil.
Die CO2-Bindung durch die Vegetation kann an einem Sommertag sogar vorübergehend die gesamten menschenverursachten Emissionen Münchens übersteigen.
Medikament aus Plastikmüll
Forscher*innen erzielen zwei bedeutsame Durchbrüche durch den Einsatz von gentechnisch veränderter Mikroben:
- Wissenschaftler*innen haben ein Verfahren entwickelt, bei dem Bakterien eingesetzt werden, um Kunststoffabfälle in Paracetamol zu verwandeln.
- In einem weiteren Schritt nutzt man Plastikmüll, um den Stoff Guajakol zu gewinnen. Dieser ist eine entscheidende Vorstufe für die Herstellung von L-Dopa, dem am häufigsten verwendeten Medikament zur Behandlung der Parkinson-Krankheit.
Anstatt Kunststoff unter hohem Energieaufwand zu verbrennen oder zu deponieren, ermöglichen diese biotechnologischen Ansätze ein echtes Upcycling zu lebensnotwendigen Pharmazeutika.


Mehr E-Mobilität in Deutschland
Der Trend der E-Mobilität in Deutschland geht stark nach oben. Nicht nur im privaten, sondern auch im öffentlichen Bereich.
In deutschen Städten sind mittlerweile deutlich mehr Elektrobusse unterwegs. Das sorgt nicht nur für leisere Straßen, sondern ist ein entscheidender Schritt für den klimafreundlichen ÖPNV.
Elektrofahrzeuge festigen ihren Platz auf dem deutschen Markt. Der Anteil der Neuzulassungen steigt stetig an und unterstreicht den Wandel in der individuellen Mobilität.
Deutschland ist mit diesem Trend nicht allein. In ganz Europa ist die Nachfrage spürbar gestiegen. Zuletzt stiegen die Verkäufe von Elektroautos um ein Fünftel.
Globaler Artenschutz für mehr als 40 Tierarten
Auf der Weltkonferenz für wandernde Tierarten (CMS COP14) wird klar, dass der Schutz wandernder Tierarten und die finanzielle Gerechtigkeit im Naturschutz stärker in den Fokus der Politik rücken:
- Die Vernetzung von Lebensräumen wird gestärkt und Barrieren auf Wanderrouten abgebaut.
- Der „Cali-Fonds“ wird ins Leben gerufen: Unternehmen (wie etwa aus der Pharma- oder Kosmetikbranche), die digitale Sequenzinformationen (DSI) genetischer Ressourcen nutzen, werden künftig in diesen Fonds einzahlen.


Der Regenwald erholt sich schneller als gedacht
Eine neue Studie der TU Darmstadt, die in Kooperation mit ecuadorianischen Forschenden veröffentlicht wurde, zeigt, dass Ökosysteme resilienter sind als zuvor angenommen.
- Bereits nach rund 30 Jahren können sich gerodete Flächen so weit regenerieren, dass sie optisch und strukturell kaum noch von Urwäldern zu unterscheiden sind.
- Die Artenvielfalt kehrt zurück: Erstaunliche 75 % der ursprünglichen Tier- und Pflanzenarten siedeln sich in diesem Zeitraum wieder an.
- Die Regeneration ist kein Zufallsprodukt. Vögel, Fledermäuse und Insekten sind die „Architekten“ des Waldes. Sie verbreiten Samen und bauen komplexe ökologische Netzwerke aktiv wieder auf.
Der globale Energieverbrauch wird zum Teil durch erneuerbare Energie abgedeckt
Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien 2025 konnte den Anstieg des globalen Stromverbrauchs abdecken. Vor allem durch den Solar-Boom in Indien und China hat die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im vergangenen Jahr stark zugelegt.
- Im Jahr 2024 stieg der Anteil der Erneuerbaren am Bruttostromverbrauch bereits auf beachtliche 55 %. Aktuelle Quartalsdaten für 2025 zeigen sogar Spitzenwerte von über 64 % bei der Netzeinspeisung.
- Der Ausbau der Solarenergie übertrifft alle Erwartungen: Der Ausbau von PV-Anlagen von insgesamt über 16 GW stellt den Rekord aus dem Vorjahr erneut in den Schatten.
- Die starke Performance von Wind und Sonne verdrängen die Kohleverstromung. Die Emissionen im Stromsektor sanken zuletzt um rund 9 %.


Rollstühle aus Bambus
In Äthiopien benötigen ungefähr 1,5 Millionen Menschen einen Rollstuhl. Diese Zahl steigt aufgrund des Konflikts im Norden des Landes immer weiter an.
Trotzdem haben nur 5-15% dieser Menschen Zugriff auf einen Rollstuhl.
Daher beschließt der Ingenieur Abel Hailegiorgis: Wenn es nicht genügend Rollstühle gibt, baut er einfach selbst welche.
Bambus ist in Äthiopien im Überfluss vorhanden. Die Lederpolster stammen aus der Werkstatt eines Freundes von nebenan und selbst die Schrauben stellt er in Eigenanfertigung her.
Dank der Herstellung “Made in Ethiopia” kann „Bamboo Labs“ die Rollstühle zu erschwinglichen Preisen verkaufen.
Biologisch abbaubarer Kunststoff entwickelt
Die 18-jährige Studentin Ayra Satheesh entwickelt in ihrem Projekt “Eco Purge” einen Kunststoff, der nicht nur biologisch abbaubar ist, sondern bei seiner sicheren Zersetzung auch Katalysatoren freisetzt, die dabei helfen, vorhandenes Plastik in der Umwelt abzubauen.
Der pflanzenbasierte Kunststoff enthält Enzyme, die erst nach und nach freigesetzt werden und das Plastik dann zersetzen. Anschließend kann dieser Prozess auch mit Plastik aus der Umgebung fortgesetzt werden.

Tina Teucher ist Moderatorin und Speakerin zu den Themen regeneratives Wirtschaften, Megatrends und Nachhaltigkeit. Auf der Bühne inspiriert sie das Publikum mit Beispielen begründeter Hoffnung aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Sie begleitet mit ihrer Expertise Unternehmen auf ihrem Weg in die Nachhaltigkeit.