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Kinder Inspirieren 150 Unternehmer

Kinder inspirieren 150 Unternehmer

Schüler demonstrieren für Klima und Ressourcenschutz – was tun Unternehmen? Am 3./4.4.2019 moderierte Tina Teucher dazu die elfte Zukunftskonferenz des Zentrums für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) in Berlin.

Unter dem Leitthema „Zero emission, Zero waste & Menschenrechte“ diskutierten u.a. Entwicklungsminister Gerd Müller und Felix Ahlers, Chef von Frosta über Lösungsansätze. Über 180 hochrangige Vertreterinnen von Handelsunternehmen vernetzten sich zu aktuellen Nachhaltigkeitsthemen. In der Diskussion um Abfallreduktion standen die von der Lebensmittelindustrie verursachten Plastikverpackungen und deren Rezyklierbarkeit im Fokus.

Quelle: ZNU – Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung.

Verantwortung der Lebensmittelkonzerne

Der Vorstandsvorsitzende von Fairtrade Deutschland Dieter Overath richtete einen Appell an die Politik, umfassendere Rahmenvorgaben für unternehmerische Nachhaltigkeit zu setzen. „Nur weisheitsresistente Unternehmen zahlen keine existenzsichernden Löhne“, sagte er. Dr. Erik Schweitzer der Alba Group forderte sogar eine gesetzliche Verpflichtung zur Recyclingfähigkeit von Verpackungen.

Gründer und Leiter des ZNU Axel Kölle erläuterte den ZNU-Standard als Instrument zur Messbarkeit und Verbesserung von Nachhaltigkeit in Unternehmen. Er zeigte die Strahlkraft der neuen Klimaschutz-Initiative „ZNU goes Zero“, welche Partnerunternehmen des Zentrums auf ihrer Reise zur Klimaneutralität innerhalb von drei Jahren begleiten kann.

Hört auf zu reden, pflanzt jetzt!

Nach fesselnden Impulsvorträgen forderten einige jüngere Gäste die anderen Teilnehmer zum Schweigen auf: Mehrere Kinder von Berliner Schulen, die sich bei „Plant for the Planet“ engagieren, hielten den Unternehmern symbolisch die Hand vor den Mund – ein Aufruf, weniger zu reden, dafür mehr und schneller zu handeln. Durch ihr Programm zur Bindung von CO2 mithilfe von Aufforstung wurden bereits an die 15 Milliarden Bäume gepflanzt, das Ziel heißt: 1.000 Milliarden Bäume (1 Billion).


Die Kinder von Plant for the Planet schenkten jedem Teilnehmer einen Baum zum Pflanzen für ihre Zukunft. Felix forderte Moderatorin Tina Teucher im Sinne der Kampagne auf: Stop talking, start planting!


Quelle: ZNU – Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung.

CO2 braucht einen Preis

Kinder pflanzen Bäume, die Wirtschaft verpflichtet sich zur Kompensation – doch um die Klimaziele zu erreichen, muss sich grundsätzlich etwas ändern. Ein Beispiel für die nötigen Weichenstellungen in der Politik zeigte der Direktor und Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) Prof. Dr. Ottmar Edenhofer. Die weltweite Schicksalsgemeinschaft dürfe maximal noch 800 Gigatonnen CO2 in die Atmosphäre emittieren, auch wenn die Fossilressourcen im Boden noch auf ca. 15.000 Gigatonnen CO2-Potenzial geschätzt werden. Edenhofer forderte die klare Festlegung eines Preises für CO2-Emissionen, der dann wettbewerbsneutral die vorbildlichen Unternehmen belohne. Gleichzeitig würden dadurch Ungleichheiten beseitigt und kreativer Spielraum für die Entwicklung neuer Innovationen geschaffen. Außerdem unterstrich er die Bedeutung von übergreifenden Kollaboration zum Lösen von globalen Problemen. Zu oft stelle die Politik die CO2 Ziele zur Disposition und verdränge dabei, dass die Folgen einer verspätet agierenden Klimapolitik viel verheerendere Folgen mit sich bringe.

Angebot beeinflusst Nachfrage

Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Gerd Müller lieferte in seiner Keynote konkrete Exempel, wie eine solche Kollaboration gestaltet werden kann: von seinem Ministerium geförderte Energiepartnerschaften (beispielsweise mit dem weltweit modernsten Solarkraftwerk in Marokko oder Waldschutzprogrammen in Südamerika) können die globale Energiewende vorantreiben. Durch die Diskussionen hindurch zog sich der rote Faden der Grenzziehung: Wie weit geht die Verantwortung von Unternehmen? Soll man z.B. ein Land meiden, das Menschenrechte nicht einhält – oder versucht man vor Ort etwas zu ändern? Die Verantwortung liegt zwar nicht bei Wirtschaft und Politik allein, doch ein Teilnehmer unterstrich ihre wichtige Rolle für die Gesellschaft:

„Wir werden den Verbraucher nicht verändern, wir müssen ihm aber Optionen geben“.


Tina Teucher ist Moderatorin und Nachhaltigkeitsexpertin mit dem Schwerpunkt zukunftsfähiges Wirtschaften. Sie moderiert Konferenzen, Tagungen und Workshops zu Zukunftsthemen wie nachhaltigem Leben, Wirtschaften und Arbeiten. Sie begeistert als Rednerin und Autorin für grüne Innovationen, die Chancen von Megatrends und Sinnstiftung in Führung und Leadership durch nachhaltiges Management. Tina Teucher ist u.a. Mitglied im Gesamtvorstand von B.A.U.M. e.V. und im ThinkTank 30 (die jungen Denker der Deutschen Gesellschaft Club of Rome) sowie Alumni des MBA Sustainability Management.


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