Friede, Freude, Eierkuchen? Das virtuelle Lunch & Learn zum Jahresende…

Innovationen der Grünen Wirtschaft – Auf dem SUMMIT Umweltwirtschaft.NRW 2025
Bahnbrechende Innovationen dank konstruktiver Zusammenarbeit von Wirtschaft und Politik: Das war das Alleinstellungsmerkmal des SUMMIT Umweltwirtschaft.NRW 2025 in Düsseldorf. Unter der Leitung von Moderatorin Tina Teucher tauschten sich NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur sowie NRW-Umweltminister Oliver Krischer intensiv mit Vertretern der Umweltwirtschaft zu deren innovativen Lösungen aus.
Die Umweltwirtschaft ist in Nordrhein-Westfalen eine Schlüsselbranche, deren Akteure die Synergien zwischen Umwelt und Wirtschaft gekonnt nutzen. Wie groß ihr Innovations- und Vernetzungspotenzial ist, zeigte der 9. SUMMIT Umweltwirtschaft.NRW am 20.11.2025. Es kamen rund 300 Teilnehmende aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Förderlandschaft in Düsseldorf zusammen.
Leitthema war dieses Jahr: “Wertschöpfung im Wandel: Die Umweltwirtschaft als Impulsgeberin für Zukunftsmärkte“. Die Veranstaltung bot ein vielseitiges Programm aus Vorträgen, Best-Practice-Beispielen, Dialogformaten und Networking-Gelegenheiten.
Die Innovation-Pitches präsentierten Ergebnisse, die durch Förderprogramme wie „Grüne Gründungen“ bzw. „Green Economy“ entstehen konnten. Diese stärken wichtige Innovationen, wie Tenside aus Pilzen, smarte Logistiklösungen, Ressourcenrückgewinnung für Batterien, Phosphorrückgewinnung, Abfallmanagement in Kliniken und lebendige Sensoren für Klärwerke.
Keynote – Bedeutung der GreenTech-Branche
Der Tag begann mit einer Keynote von Jannis Lambert (Prinzipal bei der Prognos AG) zur Bedeutung der GreenTech-Branche. In seiner Keynote führte er Kennzahlen aus dem GreenTech-Atlas 2025 aus. Diese zeigen die Bedeutung dieses Zukunftssektors auf: Trotz Krisen wächst die Schlüsselbranche stabil weiter, und kann die internationale Nachfrage bedienen.
Damit erweist sich GreenTech als „Enabler“ und Stabilisierungsanker für fast alle Branchen, z.B. im Bauen für modulare serielle Bausysteme, in der Kunststoff-Industrie durch das effizientere Schmelzen und Spritzen von Rezyklaten mit Smart Plastify oder durch den digitalen Produktpass für Verpackungen von R-Cycle.
Von Best Practices, sowie anderen Regionen und Ländern zu lernen schafft Resilienz für die Region und eröffnet deutschen Unternehmen weitere Chancen auf dem Weltmarkt für GreenTech, der in den letzten zwölf Jahren um fast das Doppelte angewachsenen ist.
Highlights des SUMMIT Umweltwirtschaft.NRW 2025
Tina Teuchers Talk mit Ministerin und Minister aus NRW
Im Gespräch mit Moderatorin Tina Teucher und NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur zur Rolle der Umweltwirtschaft für NRW hob Umweltminister Oliver Krischer die Innovationskraft der Branche hervor: „Wir haben die Innovationskraft und da bin ich immer froh, wenn ich hier bin und so viele Menschen sehe, die sich genau diesem Thema widmen und sagen, was ist mein Beitrag dazu, was kann meine Idee dazu liefern, dass am Ende die Welt ein Stück besser wird und daraus auch Beschäftigung, Entwicklung und Wachstum für Nordrhein-Westfalen und Deutschland entstehen.“
NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur ergänzte: „Und wir wollen in Nordrhein-Westfalen der Motor sein, wo Europa sagt: Ach guck, Europes Heartbeat Nordrhein-Westfalen, die machen vor, wie es geht!“
Der Summit zeigte auch, dass Politik mit sich reden lässt. Im direkten Dialog mit NRW-Umweltminister Oliver Krischer schilderten Unternehmen konkrete Hemmnisse bei der Transformation nachhaltiger Wertschöpfungsketten. Die Gespräche mit Dirk Bansemer von Euro Plant Tray, Franz Hage von B2SQUARE und Dr. Michael Dohlen von thyssenkrupp MillServices & Systems ermöglichten praxisnahe Einblicke in bestehende Herausforderungen und mögliche politische Lösungsansätze.
Umweltminister Krischer nahm sich Zeit für den Austausch und zeigte Interesse daran, wie sich die Rahmenbedingungen verbessern lassen. So wird nun geprüft, ob Mehrwegverpackungen in städtischen Gärten und auf Friedhöfen eingesetzt werden können, ob CO₂-negative Bitumen im Straßenbau Anwendung finden und inwiefern Schlacken aus der Stahlindustrie künftig als Nebenprodukte statt als Abfall gelten können. Voraussetzung dafür wäre eine Anpassung des Abfallrechts, um Stoffe stärker wieder als Produkte nutzbar zu machen.
Pitches aufstrebender Akteure der Umweltwirtschaft NRW
Ein Highlight des Tages waren die Innovation Pitches „Made in NRW“: Sechs Unternehmen und Projekte präsentierten praxisnahe Lösungen für eine Green Economy: von Materialkreisläufen über Automatisierung bis zu biotechnischen Systemen. Diese Innovationskraft zeigt, wie Ideen zu marktfähigen Geschäftsmodellen weiterentwickelt werden.
SuSyPhos, Universität Münster
Das Forschungsprojekt SuSyPhos wurde von Dr. Christina Schmidt, Forscherin an der Universität Münster, vorgestellt. Es zielt auf die Weiterentwicklung der Rückgewinnung von Phosphat aus Abwässern bzw. Klärschlämmen ab sowie dessen Wiederverwendung in Lithiumeisenphosphat als Elektrodenmaterial.
SMARCEL Locker von der Innovative Robot Delivery GmbH
Boris Meyer (General Manager) und Dr. Christof Schares (Produkt-Manager) stellten SMARCEL Locker vor, ein System, mit dem alle Prozesse der Distributionslogik automatisiert, digitalisiert und optimiert werden. Weil Robotik und digitale Datenverarbeitung jeder Schritt im Prozess vollständig abwickeln, lassen sich die eingesetzten Ressourcen minimieren.
SeRoBatt, Fraunhofer FFB
Das Forschungsprojekt des Fraunhofer FFB und weiteren Projektpartnern namens SeRoBatt wurde von Benedikt Gruber als wissenschaftlichem Mitarbeiter gepitcht. Bei SeRoBatt geht es um die Identifizierung und Erschließung sekundärer Quellen kritischer Rohstoffe für die Batteriezellenproduktion, wozu auch die Entwicklung geeigneter Recyclingverfahren und die Integration der gewonnen Rezyklate in Testzellen gehört.
CIRCULAMED
Vom Geschäftsführer des Expertenzusammenschlusses CIRCULAMED, Michael Schmitz, konnten die Teilnehmenden des SUMMIT etwas über die Standardisierung des Abfallmanagements in Kliniken erfahren. Ziel der Experten ist es, Ressourcen zurück in den Wertstoffkreislauf zu führen. Dies leistet einen bedeutenden Beitrag zur Umweltverträglichkeit im Gesundheitswesen
MycoMatch von Mycolever
Dr. Britta Winterberg, CEO und Gründerin von Mycolever, zeigte in ihrem Pitch das Potenzial von MycoMatch: die Transformation einer derzeit auf Petrochemie basierenden Industrie zu einer biobasierten Industrie. MycoMatch ist eine digitale Plattform, die dabei hilft, Stoffe und Proteine aus Pilzen zu erkennen und zu analysieren; dies auch aus bislang kaum erforschten Pilzarten.
bioSpectre von Okeanos Smart Data Solutions
Dr.-Ing. Benjamin Mewes (Geschäftsführer von Okeanos) stellte das Projekt bioSpectre vor: Damit lassen sich Zuflüsse zu Kläranlagen und wichtige Werte zur Wasserqualität selbstständig messen. Die Lösung kommt ganz ohne externe Stromversorgung aus, da die hierfür benötigte Energie aus einer mikrobiellen Brennstoffzelle stammt. Die gewonnenen Parameter können den Klärbetrieb verbessern, was Anlagen energetisch optimiert und Treibhausgas-Emissionen wie Lachgas minimiert.
Parallel zum Bühnenprogramm bot eine Ausstellung mit Best-Practice-Beispielen sowie ein Fördercorner intensive Austausch- und Beratungsangebote; ideal, um Kontakte zu knüpfen und aktuelle Fördermöglichkeiten kennenzulernen.
Umweltwirtschaft als Transformationsmotor
Zum Abschluss ordnete Prof. Dr. Martin Faulstich die Umweltwirtschaft in den Kontext langfristiger Transformationsprozesse ein. Er machte deutlich, dass es dabei nicht mehr allein um klassische Umwelttechnik oder Umweltschutz im engen Sinne gehe, sondern um die gemeinsame Entwicklung eines langfristigen Zukunftsbildes. Zusammen mit dem Umwelt- und dem Wirtschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen könne die Umweltwirtschaft auch anderen Industriezweigen ermöglichen, sich in Richtung kreislauforientierter Geschäftsmodelle zu entwickeln. Damit sei sie eine Schlüsselbranche für die Transformation ganzer Industriezweige.
Aufzeichnung des SUMMIT Umweltwirtschaft.NRW 2025
Fazit des SUMMIT
Der SUMMIT Umweltwirtschaft.NRW 2025 zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig und dynamisch die Branche in NRW als Innovationsmotor, Netzwerkplattform und Impulsgeberin für nachhaltige Wertschöpfung aufgestellt ist.
Den Termin für den nächsten SUMMIT am 18. November 2026 sollten Interessierte sich schon vormerken. Er findet in Verbindung mit der Verleihung des Umweltwirtschaftspreis.NRW 2026 statt.
Titelbild: Tina Teucher im Gespräch mit NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und NRW-Umweltminister Oliver Krischer
Titelbild und Fotos: CC Susanne Kurz, bearbeitet vom Team Tina Teucher
Tina Teucher moderiert Veranstaltungen zu Themen rund um Nachhaltigkeit und zukunftsfähiges Wirtschaften. Sie bringt als Nachhaltigkeitsexpertin über 8 Jahre Erfahrung in Themen wie Biodiversität, Megatrends und grüne Innovationen in ihre Arbeit ein. Sie berät Unternehmen und Institutionen bei den wesentlichen Fragen des Wandels: Wie gelingt die Transformation hin zu einer zukunftsfähigen Organisation? Tina Teucher engagiert sich u.a. als Mitglied im Gesamtvorstand B.A.U.M. e.V. und im ThinkTank 30 des Club of Rome.