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Wie Grüne Startups Von Schwarmfinanzierung Profitieren

Wie grüne Startups von Schwarmfinanzierung profitieren

Beim Crowdfunding unterstützen viele Menschen (die „Crowd“) gute Ideen mit kleinen Beträgen. Oft versprechen die Projekte einen sozialen oder ökologischen Mehrwert. Grund genug, das Phänomen zu beleuchten und einige erfolgreiche Beispiele zu entdecken.

Der Bau der Freiheitsstatue in New York war ein französisch-amerikanisches Projekt. Ihre Erstellung sollte Unabhängigkeit und Freiheit symbolisieren. Doch sie stand gleichzeitig für Zusammenhalt, denn sie war das erste „Crowdfunding“-Projekt, bei dem viele Menschen freiwillig für eine gemeinsame Sache zusammenlegten.

Während der Bau und Transport der Statue an sich auf französischer Seite sowohl von Eliten, als auch Kommunen, Wirtschaft und Bürgern getragen wurde, sollte die amerikanische Seite lediglich den Sockel finanzieren. Auf Grund der großen Depression gestaltete sich dies jedoch schwieriger als gedacht. Der Herausgeber der New York Times, Joseph Pullitzer, initiierte daher ein Crowdfunding-Projekt: Fünf Monate lang wurden täglich Spendenaufrufe in der New York Times abgedruckt, mit dem Versprechen, jeden Spender – unabhängig von der Höhe des Betrages – namentlich in der Zeitung zu erwähnen. Der Aufruf wirkte: 120.000 Spender erbrachten 102.000 Dollar, davon 80% Kleinstspenden mit weniger als einem Dollar.

Eine Schwarmfinanzierung vertraut also, analog der Schwarmintelligenz, auf die breite Masse. Mit der richtigen Ansprache, dem richtigen Vorreiter oder dem richtigen Anreiz kann ein dynamischer Prozess zur Finanzierung eines Projekts ins Rollen kommen. Dabei unterscheidet man drei verschiedene Arten des Crowdfundings:

Spendenbasiertes Crowdfunding (Donation):

In diesem Fall geht es den Spendern rein um den altruistischen Nutzen des unterstützten Projekts. Mehrwert, Präsentation und Aufmachung haben den Spender überzeugt, dass die Initiatoren sein Geld für eine „gute Sache“ und in seinem Sinne verwenden. Möglicherweise, aber nicht zwingend, profitiert der Geldgeber von dem Projekt. Es könnte einen sozialen Mehrwert in seiner Nachbarschaft stiften oder Kindern in Entwicklungsländern den Zugang zu Bildung ermöglichen.

Gegenleistungbasiertes Crowdfunding (Reward):

In diesem Fall erhält der Geldgeber einen Gegenwert. Dies kann bspw. ein Anspruch auf das zu erstellende Produkt vor Markteinführung und zum Sonderpreis sein. Bei diesem Typus des Crowdfundings handelt es sich also um eine Art „Kauf in die Zukunft“.

Kreditbasiertes Crowdfunding (Lending):

What goes around comes around! Die Geldgeber leihen dem Projekt ihres Vertrauens das benötigte Startkapital. Ist das Projekt einmal ins Laufen gekommen, erwarten sie es zurück. Manche Initiatoren bieten auch Verzinsungen an. Davon profitieren die Investorenentweder monetär odermateriell, bspw. durch Waren oder Leistungen im Gegenwert des versprochenen Zinsniveaus.

Wenn die Geldgeber Anteile am Projekt kaufen und halten, spricht man vom beteiligungsfinanzierten Crowdfunding (Equity) oder auch Crowdinvesting. Dabei geht es weniger um die ideelle Unterstützung, als um eine (relativ riskante) Form der Kapitalanlage.

Tina Teucher konnte bereits einige Crowdfunding-Projekte mitfinanzieren, die einen ökologischen oder sozialen Mehrwert stiften, wie z.B.:

SWARM Protein – der Insektenriegel:
Insekten sind wahre Protein-Riesen! Bisher bezieht die Menschheit ihre Proteine aus dem Konsum von tierischen Produkten, mit all ihren Nebenwirkungen: Treibhausgase, riesige Weideflächen, die dem Ackerbau vorenthalten sind und Massentierhaltung. Mit einem Riegel aus Grillenpulver möchten die engagierten Gründer von SWARM Protein eine alternative Proteinquelle auf dem westlichen Markt etablieren, die in großen Teilen der restlichen Welt gängig ist: Insekten. Dazu werden Grillen von Kleinbauern in Thailand direkt bezogen, zu Pulver gemahlen und in Deutschland zu schmackhaften Fitnessriegeln verarbeitet. Im Vergleich zu Rindern benötigen Grillen weniger als ein Zehntel des Futters, ein Fünfzigstel des Wasserbedarfs und produzieren weniger als 1% der Treibhausgase.
https://www.startnext.com/swarmprotein

transform Magazin
Unabhängig, werbefrei, gesellschaftskritisch und dennoch hedonistisch präsentiert sich das unregelmäßig erscheinende Magazin „transform“. Das junge Team agiert unabhängig von Verlagen und Anzeigenkunden. Eine Crowd soll dabei die Erstellung der Ausgaben finanzieren. Von den Kritikerinnen der großen deutschen Zeitungen werden sie besonders für ihre Konstruktivität gelobt, die sie den gesellschaftlichen Widersprüchen entgegensetzen. Grundsätzlich geht es in ihrem Heft um eine „gute Lebensführung“, wobei in jeder Ausgabe ein Schwerpunktthema behandelt wird. Dieses Mal mit dem provokanten Titel „Wer braucht schon Kinder?“. Die Beiträge beleuchten dabei Fragen wie: Müssen, sollen, wollen wir uns fortpflanzen? Und was geschieht, wenn’s soweit ist? Eine intellektuelle Bereicherung der Medienlandschaft als Anker in der Informationsflut.
https://www.startnext.com/transform4kinder

CHUNCHO GOLD
So heißt die Schweizer Edel-Schokolade von PERÚ PURO, die mehr als „fair“ und mehr als „bio“ produziert ist. Hinter PERÚ PURO verbirgt sich eine Firma, die hochwertigen, ökologisch und sozial produzierten Kakao der Ur-Sorte „Chuncho“ nach Europa importiert. Schweizer Chocolatiers stellen daraus Edel-Schokolade her. Aus dem Verkauf soll der Ankauf der nächsten Ernte von den Bauern finanziert werden. PERÚ PURO wollteden Bauern bereits heute die nächste Ernte abnehmen und brauchte die Crowd, um Transport, Herstellung und Verpackung der ersten Charge zu finanzieren. Die kakaoliebende Fangemeinde hat bereits über 50.000 Eurozusammengetragen und ermöglicht damit eine nachhaltige, faire und schmackhafte Geschäftsbeziehung zwischen den Kontinenten.
https://www.startnext.com/schokoheld

WeGreen – Grüner Einkaufen in den größten Onlineshops
Mit dem kostenlosen Add-on für Firefox, Chrome und Safari-Browser möchten die Macher von WeGreenLicht in den Produkt-Dschungel der Onlineversandhändler bringen: Welche Produkte bei Amazon, Otto, Conrad, Sport Scheck und vielen anderen Anbietern sind umweltfreundlich, nachhaltig und fair produziert? Von welchen Produkten lässt die bewusste Konsumentin lieber die Finger? Die Informationen dafür sammeln und aktualisieren über 400 WeGreen-Partner, darunter bspw. Verbraucherschützer und NGO’s. Auf Basis dieser Datenbank gibt das Add-On dem Kunden mit einer Ampel grünes, gelbes oder rotes Licht für den Kauf des Produkts und verspricht dabei keine Kundendaten zu sammeln. Ein fairer Anbieter für fairen Konsum – auch im Internet.
http://wegreen.de/

Chocolate fully made in Africa goes organic
Während der Export von Kakaobohnen in Ghana durchschnittlich lediglich 2.000 Dollar/Tonne einbringt, kann eine Tonne fertig produzierter Schokolade für 10.000 Dollar/Tonne exportiert werden. Noch dazu entstehen je Job in der weiterverarbeitenden Industrie 2,8 Jobs in Zulieferbetrieben. Schlagkräftige Argumente für die Mitarbeiter von fairafric, die mit diesem Konzept ghanaischen Bauern und Arbeitern Hilfe zur Selbsthilfe geben.Die überdurchschnittliche Bezahlung bei fairafric ermöglicht den Mitarbeitern und ihren Familien Zugang zu Schulbildung und Gesundheitsversorung.
https://www.kickstarter.com/projects/fairafric/chocolate-fully-made-in-africa-goes-organic/description

Digitalisierung – Smarte grüne Welt?
Das neueste, von Tina Teucher unterstützte Projekt beschäftigt sich mit der Verknüpfung von Digitalisierung und Zukunftsfähigkeit. Die Themen Biosphäre, soziale Gerechtigkeit, Chancen und Risiken einer ökologischen Transformation – all dies soll in dem Buch „Smarte grüne Welt?“ behandelt werden. Wie beeinflusst die Digitalisierung Ökologie und Gerechtigkeit? Die Leser werden es vrsl. ab März 2018 erfahren, denn die Mindestsumme zur Realisierung dieses Crowdfundingsprojekts ist bereits erreicht.
https://www.oekom-crowd.de/projekte/digitalisierung/

Selbst zum Starthelfer werden leicht gemacht! Auf diesen fünf Crowdfunding-Plattformen finden sich Projekte mit Nachhaltigkeitsbezug und/oder sozialem Impact:

https://www.startnext.com/
https://www.kickstarter.com/
https://www.ecocrowd.de/
https://www.seedmatch.de/
https://www.oekom-crowd.de/

Viel Spaß beim Crowden, Funden und Mehrwert stiften!

Tina Teucher begeistert als Rednerin, Moderatorin und Autorin für die Themen Sustainable Business & Innovation. Sie berät Unternehmen und Institutionen bei den wesentlichen Fragen des Wandels: Wie gelingt die Transformation hin zu einer zukunftsfähigen Organisation? Zu ihren Kunden zählen sowohl internationale Konzerne, als auch mittelständische Unternehmen, Umweltorganisationen und Social Businesses.

This Post Has One Comment
  1. In der Vergangenheit haben sich durch Crowdfunding Plattformen ganz tolle Projekte finanzieren lassen. MIt der richtigen Idee kann also tatsächlich einiges erreicht werden. Kein Wunder also, dass immer mehr Menschen auf diese Form der Finanzierung zurückgreifen.

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